Wandlungsfähigkeit


Unsere Vision:

Wandlungsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Systems, schnell, effizient und selbst auf Änderungen in seiner Umwelt durch den gezielten Einsatz von Handlungsstrukturen (oder -strategien) zur Erreichung der Systemziele eingehen zu können. Dabei werden sowohl der Änderungsbedarf vom System erkannt als auch geeignete proaktive wie auch reaktive Maßnahmen aus dem System heraus generiert.

Grundlage der entwickelten Verfahren sind domänenspezifische Merkmals- und Indikatorenkataloge, deren einzelne Kriterien anwendungsfallbezogen operationalisiert und gewichtet werden. Neben der Weiterentwicklung und Verbesserung der bestehenden Methoden, Evaluationsverfahren und Gestaltungsempfehlungen umfassen die Forschungsarbeiten auch die Qualifizierung neuer Wandlungsfähigkeitskriterien sowie die Entwicklung entsprechender Assessment-Tools.

Ziel ist es, die Konzepte und Ideen hinter der Wandlungsfähigkeit weiter zu verbreiten und auf weitere Anwendungsfelder zu übertragen. Zu diesem Zweck wird der Methodenkatalog der Wandlungsfähigkeit um kontextspezifische und generalisierende Ansätze ergänzt. Die einzelnen Bestandteile werden auf Grundlage von praktischen Erprobungen kontinuierlich weiterentwickelt.

Unsere Stärken:

Die Forschungsarbeiten der Forschungsgruppe "Wandlungsfähigkeit" konzentrieren sich aktuell auf die Analyse und Gestaltung von Informationssystemen, Prozessen, Infrastrukturen und Strategien.
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Foto: flischpic

  • Informationssysteme

Eine im Rahmen des BMBF geförderten Forschungsprojekts CHANGE erarbeitete Referenzarchitektur bildet das Rückgrat des am Lehrstuhl entwickelten und durch den Einsatz in der Praxis kontinuierlich verbesserten Vorgehens zur Ermittlung der Wandlungsfähigkeit betrieblicher Anwendungssysteme. Ausgehend von einer Untersuchung der Umweltturbulenzen können so die notwendige und die real tatsächlich gegebene Wandlungsfähigkeit eines Informationssystems gegenübergestellt und entsprechende Empfehlungen zur Systemauswahl und -gestaltung formuliert werden.




  • Prozesse

Um in schnell und effizient auf sich ändernde Kundenanforderungen und Rahmenbedingungen reagieren zu können, bedarf es einer wandlungsfähigen Gestaltung der zugrunde liegenden Geschäftsprozesse.
Als erste Anwendung wurde im Zuge des Verbundprojekts IOSE-W zusammen mit Partnern aus der Praxis ein Vorgehen zur wandlungsfähigen Gestaltung sowohl interner als auch standort- und unternehmensübergreifender Software-Entwicklungsprozesse erarbeitet. Ergebnis einer derartigen Analyse sind individuelle Umsetzungsempfehlungen sowie projektspezifische Vorschläge zum Einsatz von Vorgehensmodellen und Entwicklungsmethoden.




  • Infrastrukturen

Mit dem Ziel des effektiven Schutzes der Bevölkerung durch wandlungsfähigere Schutzkonzepte und Infrastrukturen arbeiten Forscher des Lehrstuhls derzeit im EU-Forschungsprojekt EUKRITIS an einem Vorgehen zur Analyse der Wandlungsfähigkeit kritischer Infrastrukturen und des Zusammenspiels betroffener Behörden und Organisationen im Katastrophenfall sowie an einem in der Praxis evaluiertenVerfahren zur Katastrophenfolgenabschätzung.




  • Strategien

Eine Sichtweise auf Strategien ist, dass sie als Muster verstanden werden können, gemäß denen das System mit seiner Umwelt interagiert. Der Handlungsspielraum für wandlungsfähige Systeme ist größer, als der für weniger wandlungsfähige Systeme. Eine auf dieses Systemverhalten ausgerichtete Kreativitätstechnik ist PoCCI. Auf Basis naturanaloger Verhaltensmuster werden neue Handlungsoptionen für konkrete Umwelt- Störszenarien entwickelt. Die Anwender sammeln dabei nicht wie beispielsweise beim Brainstorming nur akute Ideen, sondern leiten neue Ideen systematisch und effizient her.

Ansprechpartner:
Edzard Weber

letzte Änderung: 05/23/2016 08:22:16 AM nach oben
Kontakt:
edzard.weber[at]wi.uni-potsdam.de
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