Projektbeschreibung:

Der Schutz Kritischer Infrastrukturen ist als Folge von Globalisierung, Liberalisierung und Privatisierung deutlich komplexer geworden als in der Vergangenheit. Gefährdungen gilt es im Vorfeld als solche zu erkennen und so die Verwirklichung von Krisen und Katastrophen zu verhindern. Ein kooperatives und organisationsübergreifendes Wissensmanagement zwischen Sicherheitsbehörden und der Wirtschaft als Betreiber Kritischer Infrastrukturen aber auch als Dienstleister zu deren Schutz wird erforderlich.

Durch die Vernetzung von Akteuren Wissen über den Schutz kritischer Infrastrukturen besser verteilen und nutzen zu können, war Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes des Lehrstuhls in Kooperation mit dem Ministerium des Innern Brandenburg, der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG und der Staatlichen Feuerwehr Westpommern (Polen).




Vernetzung:

Sicherheitsbezogene Verwaltungsorganisationen und Betreiber kritischer Infrastrukturen stehen nur soweit gesetzlich erforderlich in Kontakt miteinander. Für einen nachhaltigen und langfristigen Schutz kritischer Infrastrukturen müssen Verwaltungen und Infrastrukturbetreiber enger kooperieren. In der Verwaltungspraxis erfolgt dies bereits im Wege einer Intensivierung des fachlichen Austausches im Rahmen von Informationsveranstaltungen und Beratungen. Den hohen Anforderungen an den Schutz kritischer Infrastrukturen wird jedoch ein ausschließlich derartiges Vorgehen nicht gerecht, da hier nur ein punktuelles Zusammentreffen stattfinden kann.

Vielmehr kommt es darauf an, für den Schutz kritischer Infrastrukturen ein Netzwerk aufzubauen, das einen uneingeschränkten, von zeitlichen und örtlichen Festlegungen unabhängigen Austausch der Verantwortlichen gewährleisten kann. Daher ist es notwendig, eine Plattform zu schaffen, die einen intensiven aber gleichzeitig unkomplizierten und organisatorisch wenig aufwändigen fachlichen Austausch für die öffentlichen Aufgabenträger und Betreiber kritischer Infrastruktureinrichtungen jeweils untereinander und miteinander möglich macht.


Online-Portal:

Ein Online-Portal soll die notwendige Vernetzung wie auch die Interdependenzanalyse abbilden. Es fördert einen ständigen Dialog unter Infrastrukturbetreibern, Verwaltungen, Wissenschaft, der Sicherheitswirtschaft und weiteren Organisationen. Die Akteure werden in die Lage versetzt, sich in diesem Rahmen gegenseitig für bestehende Interdependenzen zu sensibilisieren und das eigene Schutzniveau im Wege einer Abstimmung ganzheitlicher Schutzkonzepte maßgeblich zu stärken.

Wissenslandkarte

Um weitere Vernetzungen zu ermöglichen, werden anhand einer Wissenslandkarte Zuständigkeiten und Kompetenzen von Experten und Verantwortlichen im Bereich Kritischer Infrastrukturen im Kontext der verschiedenen Sektoren dargestellt und auf einer Karte georeferenziert verortet. Hierzu werden entlang der existierender Einteilungen in Sektoren und Teilsektoren Wissensgebiete für die Identifikation der organisationsspezifischen Kompetenzen, d.h. deren Wissensprofile, vor dem Hintergrund des Schutzes Kritischer Infrastrukturen bestimmt.

Interdependenzanalyse:

Vor dem Hintergrund mangelnder Vernetzung zwischen den Akteuren, sind auch die Abhängigkeiten zwischen kritischen Infrastrukturen derzeit nicht abschätzbar. Informationen über die Art und Intensität von Interdependenzen liegen nicht vor. Dies betrifft vor allem auch den grenzüberschreitenden Raum. Vergleichbare Methoden zur Interdependenzanalyse sind in einigen wissenschaftlichen Disziplinen etabliert und sollen im Verlauf des Forschungsprojekts auf den Anwendungsbereich kritischer Infrastrukturen übertragen werden. Die Methode soll elektronisch abgebildet werden. Auf diese Weise lassen sich Interdependenzmodelle für bestimmte Akteurskonstellationen szeniarienorientiert erstellen. Die Implementierung im Rahmen eines Online-Portals ermöglicht die verteilte Bearbeitung der Schritte zur Analyse der Abhängigkeiten durch die Akteure selbst.

Vorgängerprojekt:
EUKRITIS - Wandlungsfähige Schutzstrukturen und Folgenabschätzung zur Prävention, Abwehr und Folgenbewältigung bei Katastrophen (inkl. Handlungsleitfäden zum Download)

Mitarbeiter des Projekts:

Manuel Heidt
Ministerium des Innern Brandenburg

Neuhold, Thomas
Ministerium des Innern Brandenburg

Röchert-Voigt, Tanja
Wissenschaftliche Mitarbeiterin


Weber, Edzard
Wissenschaftlicher Mitarbeiter


Heine, Dr. Moreen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin


Proske, Niels
Wissenschaftlicher Mitarbeiter


Liste der Publikationen:


With financial support from European Commission
- Directorate-General for Humanitarian Aid – ECHO -

letzte Änderung: 05/09/2013 09:07:35 AM nach oben
Kontakt:
niels.proske[at]wi.uni-potsdam.de
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