Projektbeschreibung:

Wie agieren Betreiber von Kritischen Infrastrukturen, Behörden und Hilfsorganisationen bei einem Notfall und wie kann das Zusammenspiel im Katastrophenschutz verbessert werden?

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Programms "Sicherheit und Schutz der Freiheitsrechte" fokussiert ein vom Land Brandenburg Auftrag gegebenes, zweijähriges Forschungsprojekt des Lehrstuhls in Kooperation mit dem Ministerium des Innern Brandenburg als Konsortialführer, der BASF Schwarzheide GmbH und der Staatlichen Feuerwehr Westpommern (Polen) den Schutz von Kritischen Infrastrukturen.




Ziel der Untersuchung:

Das Projekt "Wandlungsfähige Schutzstrukturen und Folgenabschätzung zur Prävention, Abwehr und Folgenbewältigung bei Katastrophen" hat zum Ziel, Verfahren zur Erhöhung der Wandlungsfähigkeit von Schutzsystem und Verfahren zur Folgenabschätzung für Kritische Infrastrukturen zu entwickeln.

Um die Wandlungsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen zu untersuchen, werden bestimmte Indikatoren aus dem Kontext Unternehmensarchitekturen auf Katastrophenschutzkonzepte übertragen und gegebenenfalls durch weitere Indikatoren ergänzt. Unter Wandlungsfähigkeit wird die Fähigkeit eines Systems verstanden, sich selbst effizient und schnell an veränderte Anforderungen anpassen zu können. Besondere Relevanz erlangen solche Fähigkeiten insbesondere vor dem Hintergrund von heftigen Umweltturbulenzen in Form von Katastrophen. Kritische Infrastrukturen müssen in die Lage versetzt werden, auf Notfälle adäquat zu reagieren und in Folge dessen ihre Funktionalität weitgehend aufrecht zu erhalten sowie keine Gefährdung für die Gesellschaft zu entwickeln.


Folgenabschätzung:

Die Erarbeitung eines Verfahrens für die integrierte Katastrophenfolgenabschätzung und Schutzkonzeptfolgenabschätzung bildet den zweiten Projektschwerpunkt. Beispielhafte Verfahren für eine Anwendung von Folgenabschätzungen sind die Technikfolgenabschätzung und die Gesetzesfolgenabschätzung. Im Kontext des Katastrophenschutzes müssen aber die Folgen einer Katastrophe und die Folgen eines Schutzkonzepts differenziert betrachtet werden. So wirken etwa die Folgen einer Katastrophe einseitig auf die Erstellung und Bewertung von Schutzkonzepten ein.




Praktische Erprobung:

In enger Kooperation mit den Projektspartnern BASF Schwarzheide GmbH, der Staatlichen Feuerwehr Westpommern und unter Einbeziehung von Experten aus Katastrophenschutzbehörden und Hilfsorganisationen wird das zuvor entworfene Vorgehensmodell zur Folgenabschätzung wie auch die entwickelte Methode zur Analyse der Wandlungsfähigkeit angewandt und hinsichtlich ihrer praktischen Relevanz geprüft. Berücksichtigt wird dabei stets die Wahrung der kontextunabhängigen Übertragbarkeit durch organisationsübergreifende Problemstellungen und über den Einflussbereich eines Chemieunternehmens hinausgehende Katastrophenarten.


Mitarbeiter des Projekts:

Röchert-Voigt, Tanja
Wissenschaftliche Mitarbeiterin


Stein, Moreen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin


Weber, Edzard
Wissenschaftlicher Mitarbeiter


Silke Sielaff (Ministerium des Innern Brandenburg)


Liste der Publikationen:

Gronau, N., Sielaff, S., Weber, E., Röchert-Voigt, T., & Stein, M. (2009): Change capability of protection systems. In Duncan, K., & Brebbia, C. A. (Ed.), Disaster Management and Human Health Risk: Reducing Risk, Improving Outcomes (Wit Transactions on the Built Environment) (87-95). WIT Press.


Wandlungsfähige Schutzstrukturen Handlungsleitfaden.pdf- Kurzversion; 22 Seiten; 2,4 MB

Wandlungsfähige Schutzstrukturen und Folgenabschätzung_Langversion.pdf- Langversion; 56 Seiten; 4,5 MB



With financial support from the Prevention, Preparedness and Consequence Management of Terrorism
other Security Related Risks Programme European Commission –
Directorate-General Justice, Freedom and Security

letzte Änderung: 09/29/2011 02:59:06 PM nach oben
Kontakt:
niels.proske[at]wi.uni-potsdam.de
Englisch